Lackdickenmessung

Messung
Die Schichtdickenmessung befasst sich mit der Bestimmung der Schichtdicke von Beschichtungen und metallischen Überzügen auf Oberflächen. Die Schichtdicke bezeichnet dabei die Dicke einer Beschichtung, z.B. Farbe oder Lack, die fest auf einem Grundmaterial aufgebracht ist. Bei dieser Beschichtung kann es sich um eine Einfachbeschichtung, eine Mehrfachbeschichtung (Farbe auf Zink auf Stahl, Chrom auf Nickel auf Messing usw.) oder ein Schichtsystem mit mehreren übereinander aufgebrachten Polymerschichten handeln. In aller Regel sind die Lacke, die im Werk in verschiedenen Schichten auf die Bleche der Karosserie sowie auf die Kunststoffteile aufgebracht wurden, gleichartig aufgebaut. Jede Schicht besteht dabei aus einem unterschiedlichen Material. Teilweise werden die Schichten bei Temperaturen von 150° und mehr eingebrannt. Um eine Gleichmäßigkeit zu garantieren, arbeiten bei den Fahrzeugherstellern in den Lackierstraßen beinahe ausschließlich nur noch Roboter. Deren Lackierungen sind von gleichbleibender Qualität. Eine Lackschichtendicke hat dabei nur noch 80 bis 160 µm, was ungefähr der doppelten Stärke eines menschlichen Haares entspricht. Bei senkrechten Flächen, etwa im Bereich der A-Säulen, sind die Schichtdicken noch geringer und erreichen zwischen 80 und 120 µm.
Bei der manuellen Nachlackierung von beschädigten Karosserieteilen werden nie solch geringe Lackschichtendicken erzielt. Normalerweise betragen die Lackschichten an diesen Stellen mindestens 200 µm. Das klingt viel – lässt sich bei einer einwandfreien Reparaturlackierung nicht mit bloßem Auge erfassen.
Für die Beurteilung der dickeren Lackschicht nutzt der Fachmann ein Lackschichtdickenmessgerät. Das durch die Messung entstehende Ergebnis lässt reparierte Schäden schnell und relativ eindeutig erkennen.

Ablauf

Je nachdem, welches Material für die Karosserie verwendet wurde (Eisenmetalle bzw. Nichteisenmetalle), erfolgt die Messung mit einem Elektromagneten bzw. mittels Wirbelstromverfahren.
Zunächst werden an mehreren Regionen der Fahrzeugkarosserie Kontrollwerte gemessen, und zwar sowohl an senkrechten als auch an waagrechten Flächen. Diese werden dann mit den erhobenen Werten an der (mutmaßlich) beschädigten Stelle verglichen. Durch dieses Vorgehen wird also die sichere Erkennung von reparierten Vorschäden ermöglicht.